Wissen über Finanzen

Team unabhängiger Finanzberater in München

Wo kann ich mein Geld anlegen?

Leitfaden für Einsteiger zur finanziellen Sicherheit: Welche Arten von Anlagemöglichkeiten bietet der Markt?

Die Finanzplanung ermöglicht es, sich auf den Finanzmärkten besser zurechtzufinden und auch unsichere Zeiten oder Finanzkrisen zu überstehen. Es ist nicht leicht, einen kühlen Kopf zu bewahren, wenn der Markt in eine Abwärtsspirale gerät und man gezwungen ist, auf der Stelle die richtigen Entscheidungen zu treffen, um den Wert des eigenen Vermögens zu sichern.

Glücklicherweise gibt es Anlagemöglichkeiten, mit denen man das finanzielle Risiko erfolgreich managen und gleichzeitig seine Gewinne angesichts der Marktunsicherheit steigern kann. Wir möchten, dass Sie mehr über die Ihnen zur Verfügung stehenden Investitionsmöglichkeiten erfahren, wie z. B. Impact Investing (oder Sustainable Finance), Sachwerte, Produktivkapital sowie offene und geschlossene Fonds informieren.

RISIKO MANAGEMENT

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Jede Art von Investition, die auf dem Markt angeboten wird, ist mit einem Risiko verbunden. Eine gängige Finanzmaxime besagt, dass höhere Renditen einer Anlage in der Regel auch ein höheres Risiko für den Anleger bedeuten. Das Risikomanagement muss daher als wesentlicher Bestandteil einer jeden Finanzstrategie betrachtet werden. 

Viele Anleger suchen entweder Sicherheit oder Rendite. Langfristig ist beides mit Risiken verbunden. Der sicherheitsorientierte, konservative Anleger verpasst oft Gewinnchancen und bildet zu wenig Vermögen aus Renditen seiner Anlagen. Ein wagemutiger, renditeorientierter Anleger verliert sein Vermögen, wenn sich die Marktbedingungen plötzlich verschlechtern, was ihn zu ungeschickten Entscheidungen verleitet. Nicht das Verwalten von Renditen ist die wahre Kunst, sondern die Strategie gegen Risiken.

SACHWERTE

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Mit Sachanlagen ist man meistens langfristig beteiligt, im Gegensatz zu Anlagen, die nur der Zinszahlung dienen. Da es sich bei Sachwerten meist um Immobilien und Produktionsanlagen handelt oder auch um Firmenanteile, lassen sie sich nicht so leicht in Geld umwandeln. Der beliebteste Sachwert ist daher die eigene Wohnung. Auch der Kauf einer Mietwohnung kann zum Vermögensaufbau oder sogar zur Altersvorsorge genutzt werden. Weitere Sachwerte sind Edelmetalle, Unternehmensanteile, Industrieanlagen – wie Solar- und Windkraftanlagen – und andere.

Aktien haben jedoch ihre eigenen Besonderheiten. Eine Aktie ist der Anteil eines Unternehmens. Wenn man die Aktie eines Unternehmens kauft, erwirbt man im Grunde genommen einen Teil dieses Unternehmens. Der Preis einer Unternehmensaktie spiegelt ihren realen Wert zuzüglich einem Spekulationsanteil wider. Der Spekulationsanteil wird durch allgemeine Börsenzuflüsse als auch durch Zukunftsprognosen gebildet. Daher müssen Aktien getrennt von anderen Vermögenswerten betrachtet werden, deren materieller Wert leichter zu bestimmen ist.

In der Regel steigen die Preise von Sachwerten mit der Inflation. Langfristig erweist sich dies in schwierigen Zeiten als großer Vorteil. Darüber hinaus gibt es einige Sachwerte, die ein regelmäßiges Einkommen erwirtschaften. Dazu gehört zum Beispiel eine Mietwohnung oder beispielsweise eine Solaranlage. Mit einer solchen Anlage können Sie also sowohl ein festes Einkommen als auch einen Inflationsausgleich (abzüglich der Alterung der Anlage) erzielen.
Bei den Edelmetallen hingegen kann man nur auf eine positive Entwicklung hoffen. Edelmetalle wie Silber und Gold sind im Wesentlichen Wertaufbewahrungsmittel, weil sie trotz Inflation oder Marktvolatilität ihre Kaufkraft behalten – und weil sie auch eine Art „Angstwährung“ darstellen, die bei Anlegern immer beliebter wird, wenn es zu einer Finanzkrise kommt.

OFFENE VS. GESCHLOSSENE FONDS

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Jeder Anleger steht irgendwann einmal vor der Entscheidung, ob er sein Geld in einen offenen oder einen geschlossenen Fonds investieren soll, wobei Letzterer den meisten Anlegern nicht geläufig ist. 

Ein offener Fonds ist eine Form der kollektiven Kapitalanlage, deren Anteile an der Börse gehandelt werden. Meistens handelt es sich um Pakete aus verschiedenen Aktien oder Anleihen, doch können sie auch andere Arten von Finanzinstrumenten enthalten. Der Wert des Fonds ergibt sich somit aus dem Wert seiner gesamten Aktien und Anleihen sowie aus seinem Börsenwert. Der Börsenwert hängt ganz vom Prinzip von Angebot und Nachfrage ab: Wenn es mehr Nachfrage nach etwas gibt, steigt sein Preis. So schafft ein Unternehmen beispielsweise keine zusätzlichen Aktien, wenn seine Aktien sehr gefragt sind. Stattdessen steigt der Handelswert seiner Aktien so lange, bis alle ihr Geld ausgegeben haben und keine weiteren Angebote mehr abgeben können.

Umgekehrt gilt das Gleiche: Wenn die Aktien eines Unternehmens weniger attraktiv werden, sinkt der Kurs. Neben dem Wert der Aktien eines Unternehmens schütten Aktien oft auch eine Dividende aus, d. h. das Unternehmen schüttet regelmäßig einen Teil seiner Gewinne an seine Anleger aus. Anleiheinvestoren hingegen erhalten regelmäßige Zinszahlungen, die als Kupons bezeichnet werden, da die Anleger in der Vergangenheit im Austausch für die Zinszahlung einen abtrennbaren Kupon einreichten, der der Papieranleihe beigefügt war. 

Offene Fonds geben ihre Dividenden oder Kupons über verschiedene Mechanismen an die Anleger weiter. Die Anleger können jederzeit Anteile an einem offenen Fonds kaufen oder verkaufen. Im Gegensatz dazu wird um einen geschlossenen Fonds herum eine Interessengemeinschaft gebildet. Die Anleger beschließen, gemeinsam ein oder mehrere Projekte zu unterstützen, z. B. den Besitz von Solarparks. Die Projekte werden in der Regel mit dem gemeinsamen Kapital der Anleger durchgeführt, verwaltet und finanziert. Der Wert solcher Projekte hängt daher ausschließlich von ihrer wirtschaftlichen Leistung ab.

Solche Investoren erzielen also Gewinne durch feste Erträge und können nach dem Verkauf des Projekts sogar noch weiter profitieren. Es findet keine Börsenverzerrung statt. Um sich an einem geschlossenen Fonds zu beteiligen, dürfen die Anleger jedoch nur zu Beginn des Projekts investieren und erst nach dessen Abschluss gemeinsam aussteigen. Die zahlreichen Maßnahmen, die während der Haltefrist ergriffen werden müssen, werden in der Regel demokratisch im Umlaufverfahren entschieden.

PRODUKTIV-KAPITAL

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Produktive Kapitalvermögen beziehen sich kurz gesagt auf Vermögenswerte, die als Mittel zur Produktion oder Herstellung von etwas oder zur Erbringung einer bestimmten Dienstleistung in der Dienstleistungswirtschaft verwendet werden. Bei Aktiengruppen werden von Zeit zu Zeit Aktien ausgegeben, die Eigentum an produktiven Kapitalgütern darstellen. Der Ausgabepreis solcher Aktien wird in einem aufwendigen Verfahren festgelegt. In diesem Zusammenhang werden durch die Ausgabe von Wertpapieren sehr große Kapitalbeträge gesammelt: Die Anleger investieren ihr Geld in ein produktives Kapitalvermögen und erhalten dafür Wertpapiere (z. B. Aktienzertifikate). Diese neue Menge an gesammeltem Kapital stellt nun ein Anlagevermögen dar, das entweder dazu verwendet werden kann etwas zu produzieren, das Einnahmen generiert, oder um eine Dienstleistung in der Dienstleistungswirtschaft zu erbringen. Im Idealfall schwankt der Preis der Aktien die das Eigentum an dieser Art von Vermögensmasse repräsentieren, nicht oder bewegt sich langsam nach oben, unabhängig von den täglichen Börsenkursen.

Dies führt zu zwei verschiedenen Arten von Variablen in der Aktiengruppe: eine berechnete Variable, die das produktive Kapital innerhalb der Gruppe darstellt, sowie eine spekulative Variable außerhalb der Gruppe – das Börsenkapital. Auch Handwerksbetriebe und andere Unternehmensformen kennen produktives Kapital, nur dass in diesen Fällen das produktive Kapital vom Geschick eines oder weniger Unternehmer abhängt. Für Investoren stehen beide Varianten auf dem Markt zur Verfügung, d. h. produktives Kapital und Börsenkapital.

BÖRSEN-KAPITAL

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An der Börse gibt es verschiedene Finanzinstrumente wie Zertifikate, Optionsscheine und so weiter. Die bekanntesten sind die Aktien (Firmenanteile), Anleihen (Staats- oder Firmenkredite) und daraus resultierend die Aktienfonds und Rentenfonds. Die Kombination aus den beiden Welten nennt man Mischfonds. Verschieden Aktien fasst man gerne zu einer Gruppe zusammen, wie zum Beispiel den Dax. Den Durchschnitt daraus bezeichnet man als Index. Nun gibt es Fonds, welche solche Indizes abbilden. Diese heißen beispielsweise ETF.

In den letzten Jahren waren nicht gemanagte Fonds, wie die ETFs, besonders begehrt. Da man hier den Durchschnitt eines Wertpapiersegmentes einkaufte, war das Risiko unterdurchschnittlich. Bedingt durch überdurchschnittliche Kapitalzuflüsse an den Aktienmärkten und zeitgleichen Kapitalabflüssen an den Anleihemärkten, war diese Anlageform einzigartig.

Die Finanzmärkte verändern sich derzeit durch Kapitalabflüsse und durch eine Kapitalbewegung von den Aktien hin zu den Anleihen. Deshalb ist es das Geschick des Anlegers, sinnvoll zwischen den Märkten zu switchen. Die Renditen der letzten Jahre – oder der Erfolg durch Nachinvestieren, wird sich in den nächsten Jahren nur schwer einstellen. Da die Gewinner der letzten 14 Jahren, die Indexpapiere, sich nicht anpassen können, sollte in den nächsten Jahren auf gemangte Varianten zurückgegriffen werden. Dies können entweder Mischfonds sein oder ein von Hand gemangtes Depot durch einen guten Vermögensverwalter. Letztere sind meist besser bei weniger Kosten.